Lazarett II

Throwback Sunday I – Lost Places

By on Januar 24, 2016

Als ich während meines ersten Studiums in Dresden mit dem Fotografieren angefangen hatte, empfand ich große Begeisterung für alte Ruinen bzw. Lost Places.So kam es dann auch, dass meine ersten fotografischen Opfer eben genau solche Ruinen waren. Ich fand einfach die Stimmung, die solche Gebäude durch ihr bloße Anwesenheit erzeugen, phänomenal. Man fragt sich, wie der Alltag ablief, als alles noch in Betrieb war. Dieses Gedankenspiel ist besonders bei alten Kasernen und anderen Militäreinrichtungen interessant. „Morbide Faszination“ trifft es ganz gut.
Wer mag, kann sich die folgenden kleinen Anekdoten durchlesen oder einfach nur Bilder anschauen.


Dresdener Polstermöbel – doch nicht so Lost Places?

Ich glaub es war eine der ersten Lost Places die ich in Dresden besucht habe: eine alte (so sagt man) Polstermöbelfabrik im Dresdener Südosten. Als ich durch die Gänge schlich und von Raum zu Raum wanderte, öffnete ich die Tür zu einem der wenigen Räume, die überhaupt noch eine Tür hatten. Mein Blick ging durch den Raum: Matratze, Schlafsack, Flaschen, Pfanddosen, Tisch, Campingstuhl, Mann. Moment…Mann? Ja, da saß ein Obdachloser, der sich häuslich eingerichtet hatte und sah mich an. Ich grüßte freundlich, er schaute verdutzt, ich schloss die quitschende Tür und ging weiter.


Truppenübungsplatz mit Presse…und einer Anzeige

Dass es sich beim Betreten alter Ruinen um Hausfriedensbruch handelt, ist hinlänglich bekannt. Wenn man jedoch von einem, naja sagen wir „Bekannten“ gefragt wird, ob man Lust hätte, an einer kleinen Reportage der Sächsischen Zeitung zum Thema „Lost Places“ teilzunehmen, gehe ich grundsätzlich davon aus, dass da rechtlich alles geklärt wurde. War es nicht. Und so trudelte dann einige Wochen nach Erscheinen des Zeitungsartikels eine Anzeige der Staatsanwaltschaft wegen „Hausfriedensbruchs“ bei mir ein. Nach einer Stellungnahme wie es alles dazu kam, wurde die Anzeige dann „auf Grund mangelnden öffentlichen Interesses“ eingestellt.

Sächsische Zeitung Lost places


Heilstätten Grabowsee – Betreten erlaubt

Die Beelitzer Heilstätten als „Besuchermagnet“ für Urban Explorer sind vielen Menschen bekannt. Auch die Dramen, welche sich nach der Schließung abgespielt haben, waren in der Presse zu finden (Der rose Riese, Tod durch Sadomaso-Sex und diverse Unfälle).
Wesentlich beschaulicher und auch sicherer geht es dagegen nördlich von Berlin zu – in den Heilstätten am Grabowsee. Das Gelände gehört nämlich dem Verein KidsGlobe e.V., der es ermöglicht, das Gelände gegen eine Gebühr zu besichtigen, zu fotografieren und für bestimmte Projekte zu nutzen (Shootings, Videodrehs, etc.). Diese Gebühr ist dann gleichzeitig eine Spende an den genannten Verein.
Klar sind die Heilstätten am Grabowsee unlängst kleiner als die Beelitzer Heilstätten, aber trotzdem versprühen sie einen ungemeinen, morbiden Charme, der erkundet werden will.Grabowsee


Kraftwerk Vockerode – Nur ohne Höhenangst

Zu einer regelrechten Klassenfahrt ging es vor einigen Jahren mit mehreren Urbex-Bekannten in das alte Kohlekraftwerk Vockerode. Auch hier war es legal möglich, das Gelände und vor allem das Kraftwerk zu besichtigen und zu fotografieren. Es war überwältigend! Industriekultur in Reinform!
Meines Wissens ist es grad nicht möglich, das Kraftwerk zu besichtigen, was versicherungstechnische Gründe hat.


Bilder

Ein Kommentar

Christoph

Februar 5, 2016 @ 13:34

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Sehr schicke Aufnahmen!!!

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Raphael | Bj. 1987 | Foto-Blogger | Fotograf auf Boudoir-Foto.de

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