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Nikon 35-70mm f2.8 – Geheimtipp?

Objektiv Nikon 35-70 F2.8

Wenn man sich hin und wieder mit Kameraequipment auseinander setzt, anstatt lieber mal wieder fotografieren zu gehen, stößt man zwangsläufig auf ‚Geheimtipps‘, gerade wenn es um Objektive geht:
Da gibt es zum Beispiel das Meyer Görlitz Trioplan 100mm, welches auf Grund seines „traumhaften“ Bokehs bei eBay Höchstpreise erzielt – 300€ für ein 30 Jahre altes, stark-gebrauchtes Objektiv sind schon eine Hausnummer.
In meinem Falle bin ich durch kenrockwell.com auf das über 15 Jahre alte Nikon AF Nikkor 35-70mm 2.8 gestoßen…also begann ich weiter zu recherchieren:

Update 07/05/14
Am Ende des Artikels gibt es ein Profil zum Nikon 35-70mm für die Objektiv-Korrektur in Lightroom !

Das Nikon 35-70 f2.8 AF  ist der Vorvorgänger von Nikons heutiger Premiumlinse, dem Nikon 24-70 2.8. Da das 35-70 also lange Zeit die Toplinse von Nikon war, sollte es qualitativ nicht allzu schlecht sein.

Copyright KenRockwell.com / Nikon 35-70 F2.8

Copyright KenRockwell.com

 

So gut wie sein Ruf?

Was ihr auf diversen Seite und Foren immer wieder attestiert wird, ist die sehr sehr gute Schärfe (selbst bei Offenblende), die robuste Bauweise (viel Metal, sehr wenig Plastik) und der hin und wieder gewöhnungsbedürftige Schiebezoom.
Wir werden sehen…aber um irgendwas sehen zu können, muss man sich das Nikon 35-70 2.8 erstmal besorgen. Bei eBay gibt es das Objektiv für Preise zwischen 200 und 400 €, je nach Zustand und Auktionsendzeitpunkt – das ist 1/5 des Nikon 24-70.

Irgendwie war ich nun angefixt. Ein günstiges und sehr gutes Objektiv? Also ersteigert und gestestet – Und ich war angenehm überrascht. Das Objektiv ist wirklich erstaunlich scharf, bereits bei Offenblende. Zwar ist hier der Rand etwas unscharf und es tritt eine leichte Vignettierung auf, aber  ehrlich gesagt, bei Portraits find‘ ich das ziemlich cool und Landschaften bei Offenblende fotografiere ich ohnehin nicht 😉

Objektiv Nikon 35-70 F2.8

Der Fokus arbeitet (abhängig von der eingesetzten Kamera) relativ zügig und treffsicher, wenn auch etwas ruppig. Klar, für Sportfotografen ist das Objektiv nicht gedacht und bei Portraits rennen einem die Leute auch nicht davon – somit für meine Zwecke äußerst brauchbar.

Im Internet beschweren sich einige über die ’short Zoom-Range‘, aber wenn ich weiß das ich ein Objektiv mit Brennweitenbereich 35-70 habe, kann ich schwerlich einen größeren Brennweitenbereich erwarten 😉

Einen wirklich ausführlichen (Vergleichs)-Test findet ihr unter kenrockwell.com.

Anmerkungen zum Nikon 35-70 f2.8 AF

  • Die Objektivbezeichnung existiert mit ‚D‘ (35-70 f2.8D) und ohne ‚D‘, die Variante mit D (für ‚Distance‘) überträgt Entfernungsdaten an die Kamera, es exisitiert aber qualitativ kein Unterschied.
  • Das Objektiv kann mit Autofokus nur an Kameras verwendet werden, die einen eigenen Autofokusmotor besitzen (D90, D7000, D700, D610,usw.) – mit den Nikon-Einsteigerkameras kann nur manuell  fokussiert werden.
  • Das Nikon 35-70 verfügt über eine mehr oder weniger nutzbare ‚Makro‘-Funktion im 35mm-Bereich
  • Die Frontlinse rotiert beim Fokussieren (zu beachten bei Pol- oder Verlaufsfiltern)
  • Das Objektiv ist anfällig für s.g. ‚Lens-Flares‚ – der eine findet es doof, der andere nutzt es als Gestaltungsmittel
  • Es existiert auch das Nikon 35-70 F3,3-4,5 – das Objektiv ist aber Mist.

Objektiv-Korrektur für Lightroom

Da das Nikon 35-70 f2.8 AF zu den älteren Objektiven gehört, ist hierfür kein Profil zur Objektivkorrekt in Lightroom vorhanden. Da aber selbst Profile angelegt werden können, wurde durch Fotografen bereits eines erstellt. Dieses Profil kann einfach ’nachinstalliert‘ werden:

  1. Zip-Datei herunterladen und entpacken
  2. Die entpackte Datei mit der Bezeichung ‚35.0-70.0 mm f2.8.lcp‚ kopiert/verschiebt ihr in den Ordner:
    C:\Users\[Name]\AppData\Roaming\Adobe\CameraRaw\LensProfiles\1.0\Downloaded – hierbei wird [Name] natürlich durch euren Namen/PC-Namen ersetzt
  3. Sollte der Ordner nicht sichtbar sein, so müsst ihr unter  ‚Ordneroptionen‘ den Punkt ‚Ausgeblendete Dateien, Ordner und Laufwerke anzeigen‘ aktivieren. -> Bei Fragen hilft Google oder ihr stellt eure Frage hier im Kommentarfeld
  4. Nun sollte beim nächsten Start von Lightroom das Profil unter dem Punkt ‚Objektivkorrektur‘ aufrufbar sein.

Objektiv-Profil herunterladen

Links zum Thema ‚Nikon 35-70 f2.8 AF‘

 

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3 comments

  1. Lothar 22 September, 2015 at 16:22 Antworten

    Hallo Raphael,
    auf der Suche nach einer Neuorientierung bin ich auf Deinen Bericht gestoßen.
    Bis 2004 fotografierte ich analog mit einer Nikon F5.
    Aus dieser Zeit habe ich noch einige Objektive. Unter anderem das oben aufgeführte AF-Nikkor 35-70/f2.8D.
    Des Weiteren das AF-Nikkor 80-200/f2.8 D ED und das Sigma AF18-35/f3,5-4,5 Aspherical.

    Nach dem Untergang der Film-Fotografie habe ich die letzten 11 Jahre mit einer D70 mit dem AF-S DX Nikkor 18-200/f3,5-5,6 VR fotografiert. Eher mit Unlust als mit Lust. Die Digitalfotografie empfand ich lange Zeit als Untergang kreativer Bemühungen in der Fotografie. Weil einfach nur draufhalten – irgendein Bild wird schon werden.

    Meine D70 ist nun in die Jahre gekommen und die Zeiten haben sich sehr verändert. Dem Film trauert keiner mehr nach, weil er in punkto Qualität von der Digitaltechnik längst überholt wurde. Ganz wenige Nischen mögen die Ausnahme sein.

    Was mache ich nun? Halb(DX)- oder Voll(FX)-Format?
    DX neu aufrüsten mit z.B. Nikon D5300 (weil mit GPS) und neuen, lichtstarken DX-Objektiven.
    Oder eine D750 (weil mit Klappdisplay) und die Weiterverwendung meiner o.g. lichtstarken Analog-Linsen.

    Ich gebe zu, ich tu’ mich da recht schwer.

    Was würdest Du an meiner Stelle tun?
    Gruß Lothar

    • LichtKultur 23 September, 2015 at 22:52 Antworten

      Grüß dich,
      also die Wahl der Kamera werde ich dir nicht abnehmen können 🙂 Aber ich bin vor knapp eineinhalb Jahren von DX auf FX (Nikon D610) umgestiegen und bin jeds mal aufs neue begeistert. Es ist (grade weil ich häufig in Innenräumen fotografiere) ein deutlicher Vorteil mit größerem (rauschärmeren) Sensor, auch was das Abbilden von Details angeht. Herrlich.

  2. Klaus-Jürgen Voss 5 März, 2015 at 16:39 Antworten

    Hallo,

    ich kann Ihre Erfahrungen zu dem Objektiv nur bestätigen. Ich arbeite seit ungefähr 30 Jahren damit (Objektiv ohne „D“) und habe nur gute Erfahrungen damit gemacht. Nachdem ich es längere zeit nicht verwendet habe und auf der Suche nach einem lichtstarken Zoom war, bin ich wieder auf das gute Stück zurückgekommen. Leider ist der Brennweitenbereich im Weitwinkel mit 35 mm für die NIKON D7100 – APSC Sensor- nicht sehr groß und gewöhnungsbedürftig.

    Soviel zu dem Thema.

    M f G K.-J. Voss

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